Junioren EM Michael

 

Ein 12 Platz der nicht enttäuscht. 

 
Andes als normal stieg Michael statt in ein Flugzeug in Zürich ausnahmsweise in den Zug in Willisau, um an sein erstes grosses Saisonhighlight zu fahren. Es ging nach Dortmund. Doch die gut 6 Stunden lange Reise störte Michael nicht. Er besitzt sowieso das Talent überall schlaffen zu können. Allgemein genoss er die kurzen Wartezeiten. Nebst seinem ganzen Gepäck reisten auch der aktiv National-Trainer und Vize-Olympiasieger Alfred Ter-Mkrtchyan sowie Monika Kurath mit ihm mit. 
Mann erhoffte sich viel im Team. Mann wusste über die Topform von Michael. Wie er selbst sagt: An der EM war ich so gut und Fit wie noch nie. Dass es jedoch nicht einfach wird die Ziele zu erreichen wurde spätestens nach der Auslosung klar. Michael wurde so gelost, dass egal wie manche Runde er überstehen wird gegen einen Mitfavoriten kämpfen muss. In seiner Gewichtsklasse galten rund acht Ringer zu den Titelanwärter. Michael selber beunruhigte das Los jedoch nicht. Er konzentrierte sich vor allem auf den ersten Kampf, bei dem er auf den Russen treffen wird, der einen starken Armzug hat. Russland gehört zu den grossen Ringernationen und es ist die Ausnahme, wenn dieses Land keine Medaille gewinnt. Egal ob Russe oder Österreicher ich will den Kampf gewinnen, so jedoch Michael vor dem Aufeinandertreffen. 

Bild von 2018
Foto: UWW

Am Samstagmittag war es dann so weit. Michael klatscht mit seinem Trainer ab und kurz später eröffnete der Schiedsrichter den Kampf. Wie erwartet gibt der Russe viel Druck und genau dies nutz Michael in der ersten Aktion für sich. Er greift dem Gegner gekonnt an die Hüfte und bringt ihn zu Fall. 2:0 Führung, somit war plötzlich der Russe unter Druck. Man merkte, er wollte seinen Fehler so schnell wie möglich wieder gut machen. Nun folgte eine Scene, die von aussen betrachtet gar nicht so spektakulär aussah. Wie Michael selbst erzählt, will er einen weiteren Angriff starten doch der Russe kann Kontern, überschätzt sich jedoch erneut. So gelang es Michael die Aktion wiederum zu bestimmen und brachte denn den Russen dank schneller Drehungen auf den Boden. Besonders stark war, dass Michael in dieser Aktion einen Arm einschliessen konnte. Nur dank dieser Cleverness war es ihm möglich den Gegner am Boden zusätzlich zu drehen. Die Führung betrug somit nach nicht einmal zwei Minuten bereits 6:0. Somit war klar, Angriffe braucht Michael keine mehr zu starten und hat sich auf der verwalten der Führung zu Konzentrieren. Das Ende ist schnell erzählt. Michael verteidigt geschickt und ist trotzdem genügend aktiv um keine Bodenlage zu Kassieren. Nach Sechs Minuten Kampfzeit war die erste grosse Herausforderung geschafft. Michael steht im 1/8 Finale. 

 

Natürlich war ich überglücklich. Noch nie habe ich mich so sehr über das bestehen in der Qualifikation gefreut wie an der EM; erklärte Michael rückblickend. Er stellte aber auch klar, dass die Freude nicht langer Dauer war. Denn es galt sich auf den nächsten Gegner den Youth Olympics Sieger aus Georgien einzustellen. Ein Ringer, der erst Kürzlich zu dieser Gewichtsklasse gestossen ist. 

Ein Gegner, der dann die aktuellen Grenzen von Michael aufzeigt. Nach einer cleveren Aktion aus dem Stand punktet der Georgier auch aus der Bodenlage. So war der Kampf für Michael bereits vor der Pause vorbei.
Da der Georgier in den Final einzog und sich später gar zum Europameister kürte, durfte er am zweiten Tag erneut antreten.

An Tag zwei traf er auf den Belarussen. Ein Kampf der knapp zu erwarten war und die Zuschauer wurden nicht enttäuscht. Michael wurde in der ersten Halbzeit zu Boden geschickt und sogar gedreht. Somit betrug der Rückstand bereits drei Punkte. Doch dann drehte Michal auf. Errang sich ebenfalls eine Bodenlage. In dieser zerrte er den Gegner Kraftvoll hoch und Warf ihn durch die Luft, so dass im weitere drei Punkte zugesprochen wurde. Es stand nun 3:3, bei diesem Punktestand hätte Michael gewonnen. Wie sei Masseur sagt, kann Michael nichts aus der Ruhe bringen. Doch genau dies traf ein. Michael lies eine Wertung des Belarussen zu. Somit musste plötzlich wieder Michael punkten. Er setzte sichtlich alles daran. Doch trotz seiner starken Ausdauer gelang ihm keine mehr, in einer Aktion wurde er gar gekontert und musste sich schlussendlich 7:3 geschlagen geben.

Eine spannende EM nahm so sein Ende. Ein Ende, dass Lust auf mehr macht und Zeigt, dass die hohen Ambitionen nicht unbegründet sind.